Shai Maestro: Laborie LJ 18


Shai Maestro

Laborie LJ 18

Nach fünf Jahren in der Band des Bassisten Avishai Cohen triit der Mittzwanziger Shai Maestro jetzt unter eigenem Namen auf. Der israelische Pianist mit New Yorker Erfahrungen hat mit dem peruanischen Bassisten Jorge Roeder (u.a. Roy Haynes und Gary Burton) und dem israelischen Schlagzeuger Ziv Ravitz (u.a. Lee Konitz und Omar Klein) erfahrene Mitstreiter in sein Trio geholt. Gemeinsam bilden sie eine enge Einheit und interpretieren die abwechslungsreichen Kompositionen Maestros kongenial. Maestros technische Brillianz – zum Beispiel zu Beginn von „Sleeping Giant“ oder „Flying Shepherd“ – ist sicherlich seiner klassischen Ausbildung geschuldet. Sein Stil zeigt, dass er den Kanon des modernen Jazz verinnerlicht hat. Er kann Geschichten erzählen, verdichten, Spannung auf- und abbauen – etwa in „Brave Ones“ – oder auch lyrisch interpretieren – so in „Painting“. Ravitz und Roeder sorgen für die rhythmische Fundierung, besonders schön in der Miniatur „Lethal Athlete“ oder im atemlosen „Flying Shepherd“. Insgesamt eine anspruchsvolle Debut-CD, die mehrmaliges Hören mit immer neuen Entdeckungen belohnt.

Hans-Bernd Kittlaus 01.09.12