Frederik Köster: Homeward Bound Suite


Frederik Köster / Die Verwandlung & Philharmonisches Orchester Hagen
Homeward Bound Suite
Traumton 4657

Frederik Köster stammt aus Olsberg im Sauerland und lebt heute in Köln. Mit dieser Aufnahme erinnert er sich mit einiger Melancholie an seinen Heimatort. Dazu brachte er sein Jazz-Quartett Die Verwandlung für ein Konzert im November 2016 in der Stadthalle Mühlheim zusammen mit einem klassischen Orchester, dem Philharmonischen Orchester Hagen. In seiner Band hat Köster mit Sebastian Sternal einen Pianisten, der selbst mit seiner preisgekrönten Sternal Symphonic Society bereits beachtliche Projekte mit Verbindung von Jazz und Klassik gestaltet hat. Mit Bassist Joscha Oetz und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel sind zwei Musiker dabei, die aus vielfältigen Erfahrungen und großer stilistischer Bandbreite schöpfen können. Kösters abwechslungsreiche etwa 50-minütige Suite interpretierte das Publikum offenbar als klassisches Konzert, denn geklatscht wurde erst am Ende. Doch die Musik ist tatsächlich eine gelungene Verzahnung von Jazz- und klassischen Elementen mit emotionalem Tiefgang. Es beginnt mit dem zunächst sehr klassisch auskomponierten “Prolog“. Köster nutzt die Klangfarben des Orchesters für eine leicht melancholische Grundstimmung, bevor das Quartett einsetzt. In “Family tree“ erhält das Quartett dann mehr Freiräume hinter Kösters brilliantem Trompetensolo, am Ende soliert Köster über dem rhythmisch lebhaften Orchester. Das Titelstück “Homeward bound“ demonstriert, wie Köster die nahtlose Verbindung zwischen Orchester und Band schafft mit seinem Trompetenspiel als übergreifendem Element. “Kyrill“ ist das am stärksten jazz-orientierte Stück mit Solos der Band-Mitglieder und Burgwinkel als rhythmischem Antreiber von Orchester und Band. Diese CD ist ein Triumph für Frederik Köster als Komponist wie auch für alle Beteiligten als Akteure einer Live-Aufnahme, die den Mut zum Risiko mit einem verblüffend stimmigen Ergebnis belohnt.

Hans-Bernd Kittlaus 20.12.17