Wayne Escoffery: Vortex

Wayne Escoffery
Vortex
Sunnyside 1499

Die politische und soziale Situation sowie die Rassenfrage in USA werden immer mehr zum Thema, das Jazz-Musiker aufgreifen. Wayne Escoffery, der in England geborene Tenorsaxofonist mit jamaikanischen Wurzeln, der seit vielen Jahren in New York lebt und arbeitet, thematisiert es in seinem Cover Text auch in Bezug auf die Erziehung seines Sohnes. Die damit verbundenen Emotionen finden in der Musik der vorliegenden CD „Vortex“ (zu deutsch Strudel oder Wirbel) Ausdruck. Mit Pianist David Kikoski, Bassist Ugonna Okegwo und Drummer Ralph Peterson hat Escoffery dafür genau die richtigen Hochdruck-Mitspieler in seiner Band. In Peterson’s „Acceptance“ fegt Escoffery mit gewaltiger Energie und Spielfreude durch die anregende Komposition, getrieben von Peterson’s exzellenter Schlagzeugarbeit. Im Stück „February“ seines langjährigen Arbeitgebers Tom Harrell zelebriert Escoffery die schöne Melodie etwas ruhiger, Kikoski und Okegwo steuern inspirierte Soli bei. Mit „Tears for Carolyn“ verarbeitet Escoffery die Trennung von seiner Frau und Sängerin Carolyn Leonhart nicht etwa baladesk, sondern mit schnellen Saxofonläufen über dem lebhaften Rhythmus seiner Band. „Vortex“ ist ein Beispiel für die zynisch klingende Tatsache, dass negative Situationen Künstler häufig zu ihren besten Werken motivieren.

Hans-Bernd Kittlaus 28.03.18