Jeremy Pelt: Soul, HighNote HCD 7233


Jeremy Pelt

Soul

HighNote HCD 7233

Der New Yorker Trompeter Jeremy Pelt hat in den letzten 10 Jahren bereits über 10 CDs unter eigenem Namen vorgelegt, überwiegend auf den Labels MaxJazz und HighNote. Sein neuestes Werk, das Balladen-Album „Soul“, zeigt ihn als gereiften Musiker, der sich nicht mehr als Young Lion beweisen muss, sondern sich ganz auf Gefühl und Ausdruck konzentrieren kann. Das beginnt recht geruhsam mit einer Ensemble-Passage in „Second Love“, einer von sechs Eigenkompositionen, bevor Pelt zum ersten lyrisch gehaltenen Solo ansetzt. Unspektakulär, aber sehr eindringlich und melodisch. Auch Tenorsaxofonist J.D. Allen, der letztes Jahr mit „Victory!“ (Sunnyside) eine beeindruckende energiegeladene Trio-Aufnahme vorlegte, zeigt sich hier als feinfühliger Balladenspieler. Die Rhythmusgruppe dieses Quintetts, das schon seit fünf Jahren zusammenspielt, weiß auch bei langsamen Tempi Hitze zu entfachen. Pianist Danny Grissett spielt einfallsreiche Soli über dem intelligenten Fundament von Bassist Dwayne Burno und Schlagzeuger Gerald Cleaver, so etwa in „The Ballad of Ichabod Crane“. Abwechslung bringt der Einsatz der Sängerin Joanna Pascale in Sammy Cahn’s Komposition „Moondrift“, doch die vielen Feinheiten der Arrangements und individuellen Phrasierungskünste der Quintettmitglieder allein machen wiederholtes Anhören der CD schon hinreichend lohnend.

Hans-Bernd Kittlaus 06.03.11