Inge Brandenburg: Sing, Inge, sing!, Silver Spot Records 1036002SSR


Inge Brandenburg

Sing, Inge, sing!

Silver Spot Records 1036002SSR

Nicht allzu viele Jazz Freunde werden sich an Inge Brandenburg erinnern, die vor 50 Jahren von vielen Hörern und Kritikern als beste deutsche Jazz-Sängerin betrachtet wurde und es vielleicht bis heute geblieben ist. Dieser Tage erscheint ein brillianter zweistündiger Dokumentarfilm über sie, für den Regisseur Marc Böttcher tief in die Archive der deutschen Rundfunk- und Fernsehsender gestiegen ist und eine erstaunlich große Zahl von exzellenten Aufnahmen zu Tage gefördert hat. Die vorliegende CD enthält in verblüffend guter Tonqualität 22 im Film verwendete Titel, von denen 20 noch nie auf Tonträger veröffentlicht waren. Dazu erhält man ein informatives Begleitheft, das ähnlich liebevoll gestaltet ist wie der Film selbst. Die CD beginnt mit einem an Billie Holiday erinnernden „The man I love“ aus dem Jahre 1961, das auch die Scat-Fähigkeit der Sängerin demonstriert. Die Brüder Mangelsdorff und Dusko Goykovich begleiten sie beim swingenden „What a difference a day made“ ebenso wie beim romantischen „Moonglow“, mit dem Edelhagen Orchester swingt sie durch „Lonesome Road“. Das Programm besteht weitgehend aus solchen amerikanischen Standards, die Brandenburg mit ihrer ausdrucksstarken Altstimme in sehr jazziger Phrasierung und erstaunlich guter amerikanischer Aussprache darbietet. „Basin Street Blues“ zeigt die Sängerin am Ende ihres tragischen unglücklichen Lebens live im Bayrischen Hof in München, nicht mehr so intonationssicher wie ehedem, aber mit ungebrochenem Jazz Feeling. Schön dass Film und CD einer neuen Publikumsgeneration Gelegenheit geben, diese große Sängerin neu zu entdecken!

Hans-Bernd Kittlaus 01.10.11