Johannes Enders: Endorphin


Cover

Johannes Enders
Endorphin
enja yellowbird YEB-7790

„Endorphin“ ist ein körpereigenes Opiat, das Empfindungen bis hin zu Euphorie auslösen kann. Nach Überwindung langjähriger gesundheitlicher Probleme spielt der Saxofonist Johannes Enders auf seiner neuen CD genauso so – euphorisch. Während Enders sich in der Vergangenheit gern international bekannte Musiker in seine Bands holte, hat er sich dieses Mal eine Band zusammengestellt mit drei exzellenten Musikern, die alle im deutschsprachigen Raum leben. Das Titelstück besticht mit einer ins Ohr gehenden Melodie und inspirierten Solos von Enders und dem schweizer Pianisten Jean Paul Brodbeck. Für den pulsierenden Rhythmus sorgen Bassist Phil Donkin, der Brite in Berlin, und Schlagzeuger Howard Curtis, der Amerikaner in Graz. „Passaggio Silenzioso“ entwickelt sich als ruhiger melodischer Fluss über der zurückhaltenden, aber pointierten Perkussion von Curtis und den wohlgesetzten Bassnoten von Donkin. Brodbeck leitet „Franz & Paula“ mit vorsichtig tastendem Klaviersolo ein, bevor Enders mit gehauchtem Tenor einsteigt. Donkin’s Basssolo wird erneut von Enders beendet, der sein Tenor diesmal expressiver und muskulöser einsetzt. Den Abschluss der CD setzt „Captain Roland Kirk“, der gleichzeitig an den legendären Saxofonisten und den Star Trek Kapitän erinnert, mit schnellen Läufen von Enders über dem nervösen Rhythmus von Donkin und Curtis. Diese Band hat das Zeug, auf Dauer als Working Band für Enders zu funktionieren.

Hans-Bernd Kittlaus 16.08.18