Ambrose Akinmusire: When the heart emerges glistening, Blue Note


Ambrose Akinmusire 

When the heart emerges glistening

Blue Note

In diesen Tagen ist es schon etwas besonderes, wenn ein großes Label wie Blue Note einen relativ unbekannten jungen Jazz-Musiker wie den Trompeter Ambrose Akinmusire unter Vertrag nimmt. Der 28-jährige gebürtige Kalifornier tourte bereits mit Steve Coleman und Jason Moran, der als Ko-Produzent dieser CD fungiert, hatte Terence Blanchard als Lehrer und gewann 2007 den renommierten Monk Wettbewerb. Für diese Aufnahme umgab er sich mit aktuellen Young Lions, um ein Programm aus 13 Titeln, überwiegend Eigenkompositionen, einzuspielen. Akinmusire kann seinen Trompetenton so variieren, dass er etwa in „Henya” einen weichen, träumerischen Flügelhorn-Klang hat, aber im Duell mit dem immer ausdrucksstärker werdenden Tenorsaxofonisten Walter Smith III in „Jaya” metallisch hart im Freddie Hubbard Stil klingt. Pianist Gerald Clayton, Bassist Harish Raghavan und Drummer Justin Brown unterstützen den Abwechslungsreichtum der Kompositionen durch rhythmische Impulse und kreative Solos, etwa in „With love”.

Im einzigen Standard „What’s new” bezieht sich Akinmusire stilistisch auf Clifford Brown, doch ansonsten ist sein Konzept nach vorn gewandt und findet besonders beeindruckend Ausdruck in „Tear-stained suicide manifesto”, zu dem Jason Moran ein gefühlvolles Klaviersolo beisteuert. Die Qualität dieser Aufnahme rechtfertigt die großen Hoffnungen, die Blue Note in den Trompeter setzt.

Hans-Bernd Kittlaus 27.03.11