Wojtek Mazolewski: Polka


Wojtek Mazolewski
Polka
Whirlwind WR4725

Der polnische Bassist Wojtek Mazolewski ist in Deutschland noch nicht sehr bekannt. Die vorliegende CD seines Sextetts könnte das ändern. Er brachte die Musik zunächst in Polen heraus, bevor sie jetzt auf Michael Janisch’s Londoner Whirlwind Label international verfügbar wird. Die Band spielt dreizehn überwiegend nach Städten benannte Stücke, die meisten Eigenkompositionen von Mazolewski, die sich durch eingängige Melodien auszeichnen. Ebenso ansprechend sind auch die Arrangements, die genau die richtige Balance treffen zwischen durchkomponierten melodiösen Teilen und improvisatorischem Freiraum, zwischen Eingängigkeit und Ecken und Kanten bis hin zu Free Jazz Elementen. Der Titelsong „Polka“ ist ein gutes Beispiel. Er beginnt mit in die Beine gehendem Rhythmus, der sich durch das gesamte Stück zieht. Dann setzt ein Bläsersatz mit einem Riff ein, bevor Pianistin Joanna Duda ein melodisch und rhythmisch wohlstrukturiertes Solo spielt und Tenorsaxofonist Marek Pospieszalski kurz à la Michael Brecker soliert. „Berlin“ startet mit einem an Techno angelehnten Rhythmus, der dann einen afrikanischen Touch bekommt mit kurzen Einwürfen der Bläser. Die CD endet mit „Theme de Yoyo“, einem Stück des Art Ensemble of Chicago, das mit einem fast zu glatten Bläserarrangement beginnt, das aber ganz schnell und immer wieder mit freien Tönen durchbrochen wird. Mazolewski legt einen groovenden Bass darunter, und alle Band Mitglieder erhalten Gelegenheiten zu Solos. Wojtek Mazolewski schafft es mit dieser CD, anspruchsvolle Musik in einer Weise darzubieten, die auch für Zuhörer, die keine Hardcore Jazz Fans sind, gut anzuhören ist.

Hans-Bernd Kittlaus 26.12.18