Evgeny Ring Quartet: Mesokosmos


Evgeny Ring Quartet
Mesokosmos
Unit Records UTR 4589

Saxofonist Evgeny Ring konnte schon mit seiner Debut CD „Ya Tashus“ (Double Moon Records) im Jahr 2011 überzeugen. Jetzt legt er mit „Mesokosmos“ seine zweite CD vor, die der gebürtige Russe mit seinem Leipziger Quartett mit Gastgitarrist Bastian Ruppert aufgenommen hat. Auch wenn Ring der Namensgeber der Band ist, stellt er sich nicht permanent in den solistischen Mittelpunkt, sondern lässt den übrigen Musikern viel Raum zu solistischer Entfaltung und gleichberechtigtem Ensemble-Spiel, den Pianist Sascha Stiehler, Bassist Philipp Rohmer und Schlagzeuger Dominique Ehlert beherzt nutzen, so etwa in „the ninth wave“. Trotzdem zeigt Ring immer wieder, dass er als Solist etwas zu sagen hat, wie in „Oasis“ oder mit seinem hymnischen Spiel in „secret place“. Die neun Eigenkompositionen demonstrieren die Spannbreite des Komponisten Ring und seine Freude am Spiel mit Klangfarben, die in der farbenfrohen Cover-Gestaltung der CD mit Witz aufgegriffen wird. Mesokosmos bezeichnet in der Philosophie den Bereich der vom Menschen anschaulich erfassbaren Objekte zwischen Mikro- und Makrokosmos. Der Titelsong am Ende der CD spiegelt eine solche reflektierte philosophische Betrachtung der Welt mit hymnischen Klängen aus Rings Sopransaxofon wider und endet abrupt, als wolle die Band sagen „Ende offen“. Evgeny Ring ist in der Zwischenzeit von Leipzig nach Köln umgezogen. Man darf gespannt sein, welchen Einfluss die anregende Kölner Jazz-Umgebung auf die Weiterentwicklung seiner Musik haben wird.

Hans-Bernd Kittlaus 01.03.15