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Hans-Bernd Kittlaus
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Cassandra Wilson
Silver Pony
Blue Note 5099962975223
Mit "Silver Pony" hat Cassandra Wilson die
nächste Stufe ihres speziellen Amalgams zusammengebraut, das erdigsten
Mississippi Delta Blues mit Pop-Anklängen und modernem Jazz verbindet. Auf
der erdigen Seite steht der alte Charlie Patton Song „Saddle up my pony",
den Marvin Sewell mit seiner sehr authentisch und traditionell klingenden
Gitarre einleitet. Der Jazz, oder wie Cassandra Wilson es nennt, der
„postmoderne" Jazz prägt „Lover come back to me" und „St. James Infirmary",
beide im November 2009 live in Granada/Spanien aufgenommen und weniger
traditionell arrangiert als die Versionen der beiden Songs auf Miss
Wilsons vorheriger CD „Loverly". Die Mischung aus Live- und
Studio-Aufnahmen funktioniert erstaunlich gut, d.h. die CD wirkt nicht
zusammengestückelt, sondern aus einem Guss, auch wenn der Song „Watch the
sunrise", den John Legend für die Sängerin geschrieben hat und mit ihr
singt, einen etwas überraschenden Abschluss darstellt. Ansonsten ist
Silver Pony ein echtes Band-Album und enthält sogar zwei
Instrumental-Titel. Mit Musikern wie dem jungen Pianisten Jonathan
Batiste, Bassist Reginald Veal und Schlagzeuger Herlin Riley hat Cassandra
Wilson Mitstreiter gefunden, die wie sie selbst den Delta Blues mit der
Muttermilch aufgesogen haben, aber ihre musikalische Heimat im Jazz
gefunden haben. Mit ihnen hat sie eine sehr stimmige Band geformt, die mit
„Silver Pony" eine CD mit Suchtgefahr vorgelegt hat.
Hans-Bernd Kittlaus
03.11.10
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