China Moses &
Raphael Lemonnier
This One’s for Dinah
Blue Note
China Moses heißt wirklich so, ist die
Tochter von Dee Dee Bridgewater, arbeitet als MTV-Moderatorin in
Frankreich, will eigentlich keine Jazz-Sängerin sein, aber legt eine
Tribut-CD für Dinah Washington vor. Besser kann man die Skepsis von
Jazz-Kritikern kaum anheizen, aber – die Musik überzeugt. China Moses hat
eine volle schwarze Stimme und sieht Jazz mehr als Entertainment denn als
kopflastige Kunst. So sind ihre Interpretationen der deftigeren Dinah
Washington Songs wie „Lover Come Back to Me" oder „Evil Gal Blues" immer
etwas ‚over the top’, d.h. sie gibt dem Affen etwas viel Zucker. Genau das
machte aber auch viel von der Faszination Dinah Washingtons aus. Die
Arrangements des französischen Pianisten Raphael Lemonnier klammern sich
nicht zu sehr an die historischen Vorlagen, „What a Difference a Day Makes"
wird gar als ruhige Ballade dargeboten. Die französische Band überzeugt
mit engagiertem Swing. Der Gedichtvortrag Lemonniers am Ende wirkt als
Fremdkörper, aber ansonsten ist dies eine sehr unterhaltsame CD. Man kann
sich schon auf den Live-Auftritt von Miss Moses bei Jazz Baltica freuen.
Hans-Bernd Kittlaus
02.03.09