Cornelia Moore
Beyond
one world music OWMCD 03-1
Schon bei den ersten Tönen von ‘What Are You Doing The Rest Of Your Life’
erinnert die dunkle volle Stimme vorteilhaft an die Jazz-Diva Sarah Vaughan, die
diesen Titel mit dessen Komponisten Michel Legrand auf unvergessliche Weise 1966
einspielte. Sarah Vaughan ist denn auch erklärtes Vorbild von Cornelia Moore,
der in Berlin lebenden Sängerin, die mit ‚Beyond’ ihre Debut-CD vorlegt.
Kongenial begleitet von ihrem Ehemann und Pianisten Reggie Moore verlässt sie
dann aber die ausgetretenen Pfade des klassischen Jazz-Gesangs. Ihre
Eigenkompositionen wie ‚Every Goodbye Becomes a Hello’ eröffnen ihr,
unterstützt von Sopransaxofonist Mack Goldsbury und Perkussionist Kevin
Burrell, Gelegenheiten zu genreübergreifenden Interpretationen, die in ihrer
emotionalen Tiefe und ihrem theatralischen Gehalt an die experimentelleren
Aufnahmen von Cleo Laine denken lassen. Reggie Moore gibt den Arrangements mit
seiner geschmackvoll zurückhaltenden Begleitung einen ruhenden Pol. Auf dieser
Basis wagt sich Cornelia Moore auch an schwierige Kost wie die Ornette Coleman
Komposition ‚Lonely Woman’, die bei ihr zu einer ausdrucksstarken
Performance wird. Die CD wird mit dem einzigen schnelleren Titel ‚Metamorphosis’
abgeschlossen. Cornelia Moore demonstriert mit diesem gelungenen Debut
eindrucksvoll ihre Expressivität und die Faszination ihrer beeindruckenden
Altstimme.
Hans-Bernd Kittlaus
22.02.2004