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Hans-Bernd Kittlaus
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Kritiken
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Onaje Allan Gumbs Sack Full of Dreams
18th & Vine 18V 1051
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Sonny Fortune You and the Night and the Music
18th & Vine 18V 1053
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Das junge amerikanische Label 18th & Vine, benannt nach dem historischen
Vergnügungsviertel in Kansas City, das als eine der Geburtsstätten des Jazz
gilt, macht sich verdient um Jazz-Musiker der zweiten Reihe, die nicht zu den
Young Lions zählen. Einer davon ist der Pianist und Komponist Onaje Allan Gumbs,
der mit der vorliegenden CD demonstriert, dass er mehr Beachtung verdient. Seine
Musik ist geprägt von Spiritualität, besonders spürbar etwa in seiner
Komposition „Lament". Funky Swing wie in „Cantaloupe Island" liegt ihm ebenso
nah wie emotionale Tiefe in seinem Solo „Try to Remember". Die Band überzeugt
mit frischem, inspiriertem Zusammenspiel, etwa in Bassist Marcus McLaurine’s
Samba „Destiny", in der Gitarrist Bob DeVos ein geschmackvolles Solo beisteuert.
Auch Tenorsaxofonist Mark Shim setzt Glanzlichter, zum Beispiel in „Lament". Der
Titelsong wird sehr gefühlvoll von Obba Babatunde gesungen, der mit seiner
sonoren Baritonstimme an Billy Eckstine erinnert. Als ähnlich überzeugend
erweist sich auch die Aufnahme des Saxofonisten und Flötisten Sonny Fortune.
Begleitet von dem exzellenten Trio mit Pianist George Cables, Bassist Steve
Johns und Schlagzeuger Chip Jackson lässt er seinen kräftigen Saxofon-Sound in
einem Programm strahlen, das überwiegend aus Standards besteht. Vom ersten Ton
in „Sweet Georgia Brown" an strömt Energie aus den Lautsprechern, wie sie
gestandenen New Yorker Jazz-Musikern eigen ist. Fortune’s Wurzeln liegen bei
seinem Mentor John Coltrane. Davon ist auch sein Balladenspiel beeinflusst, hier
etwa seine gefühlvolle Interpretation von „Round Midnight" auf der Flöte. Dieses
Quartett versucht nicht, den Jazz neu zu erfinden, sondern bewegt sich auf
höchstem Niveau in bekanntem Terrain.
Hans-Bernd Kittlaus
24.03.08
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