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Hans-Bernd Kittlaus
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| Eldar
Sony Classical SK 92593
Kirgise, 16 Jahre alt zum Zeitpunkt dieser Aufnahme im Jahr 2004, schon mit
11 wegen seines Talents als Jazz-Pianist mit seinen Eltern nach USA migriert,
dort viel bestaunt, herumgereicht, vermarktet. So vermarktet, dass jetzt sein
Nachname Djangirov weggelassen wird. Das klingt bedrohlich – sind doch zu viele
vermeintliche Wunderkinder des Jazz ebenso schnell verschwunden, wie sie
hochgejubelt wurden. Von solchen negativen Gedanken sollte man sich vor dem
Hören dieser CD freimachen. Dann erlebt man einen Pianisten, der zwar seinen
persönlichen Stil noch nicht gefunden hat, aber mit stupender Technik und
ausgeprägtem Jazz Feeling besticht. Nur gelegentlich erliegt er dem Drang, seine
Technik als Zirkusnummer herauszustellen, etwa in ‚Sweet Georgia Brown’. Die
meiste Zeit gelingen ihm musikalisch überzeugende Interpretationen mit großer
stilistischer Vielfalt, vom bluesigen ‚Moanin’’ über seine klassisch geprägte
Eigenkomposition ‚Lady Wicks’ bis zu einem gefühlvollem ‚Ask Me Now’. Begleitet
wird er höchst professionell von Bassist John Pattitucci und Drummer Todd Strait,
in ‚Point of View’ hat Tenorsaxofonist Michael Brecker einen Gastauftritt.
Eldars Potential ist offensichtlich. In der Jazz-Historie hat es einige wenige
Wunderkinder gegeben, die sich zu bedeutenden Jazz-Musikern entwickelt haben,
etwa Mel Tormé oder Buddy Rich. Vielleicht erleben wir das mit Eldar wieder.
Hans-Bernd Kittlaus
29.03.06
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