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K i n d o f B l u e Cyber Jazz 8 Print-Version (erschienen 2/00) Während in Deutschland das ‚eBusiness’ erst richtig in Schwung kommt, beginnt in den USA bereits die unvermeidliche Phase der Konsolidierung. Auch wenn die Börse Internet Unternehmen noch immer sehr hoch bewertet, selbst wenn sie noch keinen Cent Gewinn gemacht haben, sagt das Beratungsunternehmen Gartner Group voraus, dass 75 Prozent der amerikanischen Internet Unternehmen innerhalb der nächsten zwei Jahre verschwinden werden, entweder durch Aufkauf oder durch Pleite. Ein Vorbote dieser Entwicklung war Mitte 1999 das Einstellen von JazzCentralStation, einer der interessantesten Jazz Sites, an der die ebenfalls eingestellte Site MilesDavis.com, das Label N2K und der CD Händler Music Boulevard (der von CDNow übernommen wurde) hingen. Offenbar waren die erzielten Umsätze in keiner Weise ausreichend, um die aufwendigen Sites zu finanzieren. Musik-Kauf im Internet Schon in früheren Ausgaben von CyberJazz wurde ausführlich über amerikanische CD Händler im Internet berichtet (Links unter (28)). Während die amerikanischen Marktführer Amazon (1) und Bertelsmann mit Barnes and Noble (2) in Deutschland bisher nur Bücher im Online Angebot hatten, haben sie rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 1999 CDs hinzugefügt. So bietet Amazon.de (3) bei Büchern das deutsche und amerikanische Programm, bei CDs allerdings nur die in Deutschland im Vertrieb befindlichen. BOL (Bertelsmann Online) (4) offeriert sowohl bei Büchern wie bei CDs nur das deutsche Programm. Obwohl die Strukturen der Sites sehr ähnlich zu ihren amerikanischen Gegenstücken sind, lassen die Inhalte der deutschen Sites noch zu wünschen übrig. In USA ist es inzwischen Standard, dass für einen sehr großen Teil der angebotenen CDs die Covers gezeigt werden und zumindest ein Teil der Titel angespielt werden können. Auf den deutschen Sites ist das bis jetzt nicht der Fall, aber das wird sich hoffentlich im Laufe des Jahres 2000 verbessern. Gravierender ist, dass die Preispolitik gänzlich anders ist als in USA, wo erhebliche Rabatte auf Bücher (bis zu 50%) und CDs (bis zu 30%) gewährt werden. In Deutschland sind auch die Online Händler bei Büchern durch die Buchpreisbindung an Rabatten gehindert. Sie verlangen dafür keinen Aufschlag für Porto und Verpackung für die Zusendung von Büchern. Bei CDs gibt es keine Preisbindung, aber die Online Preisgestaltung ist bislang nicht sehr attraktiv. Für normale neuerschienene CDs werden im Mittel DM 31,99 verlangt, auf die dann auch noch Porto und Verpackung zu zahlen sind. Hier ist sicher im Jahr 2000 mehr Aggressivität zu erwarten. Amazon ist auch in Großbritannien (5) und Frankreich (6) mit dem dortigen Buch- und CD- Angebot vertreten, BOL in mehreren europäischen Ländern wie Großbritannien (7) mit Büchern und CDs, in der Schweiz (8) und Spanien (9) allerdings bisher nur mit Büchern. Neben diesen großen gibt es im deutschsprachigen Raum noch weitere Online-CD-Händler, z.B. Boxman (10) mit relativ günstigen Preisen und den schweizer Jazztime-Versand (11), dessen Internet-Auftritt allerdings einige Programmierfehler enthält. Interessant ist CD-Special (12), da dieser Hamburger Händler Direktimporte insbesondere aus Japan anbietet, d.h. hier sind japanische CDs und LPs bestellbar, die ansonsten in Deutschland nicht vertrieben werden. Diesen Händlern ist allerdings gemeinsam, dass die Online Informationen zu den einzelnen CDs sehr spärlich sind, d.h. man sieht kein Plattencover und erhält keine Informationen zu Song Titeln und Begleitmusikern und erst recht kann man die Musik nicht anspielen. Um hier zu bestellen, muß man sich also schon ganz gut auskennen. Neben diesen klassischen CD-Händler Konzepten finden sich immer wieder auch andere Ansätze im Netz. Ein Beispiel ist der Engländer John Killoch (13), der sich auf Big Bands spezialisiert hat und auf seiner Site neben seinen für das englische Jazz Journal geschriebenen Artikeln auch Big Band CDs anbietet. Der amerikanische JazzStore (14) führt nicht nur CDs (über den Online Händler CDNow (15)), sondern viele andere Jazz-bezogene Produkte von Videos über Poster bis hin zu Postkarten. Einen Blick in die Zukunft des Musikverkaufs kann man bei mcy.com (16) werfen, wo Musiktitel gegen Bezahlung in einem geschützten Format einzeln heruntergeladen werden können und dann mit der von mcy.com zur Verfügung gestellten Software angehört werden können. Interessante Jazz Sites Inzwischen sind auch die letzten amerikanischen Jazz Clubs, die noch meinten, ohne eigene Site auszukommen, im Internet vertreten, so z.B. die New Yorker Clubs Village Vanguard (17) und Birdland (18). Lohnend ist auch ein Besuch beim Kennedy Center (19) in der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C., das neben anderen darstellenden Künsten ein umfangreiches Jazz Programm bietet. Die interessante Site Jazze.com (20), die von KnitMedia betrieben wird, die wiederum mit der New Yorker Knitting Factory verknüpft sind, offeriert Informationen zu vielen Jazz Musikern, aktuelle Konzertbesprechungen und vieles mehr. In Deutschland beheimatet, aber in englischer Sprache erscheint das Online Magazin Jazzine (21) mit Musiker Interviews und CD Besprechungen. Die amerikanische Smooth Jazz Szene wird von Contemporary Jazz (22) behandelt. Die Site Bird Lives (23) bringt kontroverse Texte von Jazz Journalisten, Musikern und Label Vertretern. Freunde des Jazz Gesangs finden eine Fülle von Informationen auf JazzSingers.com (24). Die Werke eines der besten und noch immer aktiven Jazz Photographen, Herman Leonard, sind unter (25) zu finden. Eine große Sammlung höchst interessanter Jazz Informationen, nicht nur für Journalisten, bietet die Jazz Journalists Association (26). Und wer immer schon davon träumte, seine komplette CD Sammlung in einer Datenbank abfragbar zu haben, aber den Aufwand der Eingabe scheute, schaue sich die CD Datenbank CDDB (27) an. Wenn man die dort kostenlos zur Verfügung gestellte Software auf seinen PC geladen hat, braucht man nur noch eine CD in das CD Laufwerk des PCs zu legen, und schon wird über das Internet die gesamte zur CD gehörige Information heruntergeladen und kann in einer lokalen Datenbank gespeichert werden. Auch dafür gibt es Software, die je nach Komfort kostenlos oder kostenpflichtig ist. Sollte die CD noch nicht in CDDB aufgenommen sein, ist man aufgefordert, selbst die Daten zu erfassen und an den Betreiber von CDDB zu senden. Auf diese Weise wird CDDB ständig aktualisiert und erweitert. Vielen Dank an alle, die mit ihren Zuschriften zu diesem Artikel beigetragen haben! Entsprechende Hinweise sind natürlich immer willkommen. Wie immer sind alle Links aus diesem Artikel wie auch die früheren auf meiner Web Site ‚Kind of Blue’ (28) zu finden, die ich gerade neu gestaltet habe. Hans-Bernd Kittlaus (e-mail: kittlaus @ acm.org)
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Jazz-Adressen im Internet
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