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Als Bill Charlap und Renee Rosnes 2007 in Dizzy’s
Club in New York heirateten, waren beide bereits etablierte und renommierte
Pianisten. Seitdem sind sie häufig als Duo aufgetreten, jetzt liegt die erste CD
des Duos vor, eingespielt auf zwei Steinways in der New Yorker Kaufman Concert
Hall ohne Publikum und mit superber Akustik. Dies ist nicht der swingende
Charlap, wie man ihn aus seinen Trio-Aufnahmen kennt, und auch nicht die agile
Postbop-Protagonistin Rosnes, die man aus ihren Aufnahmen mit J.J. Johnson oder
dem SF Jazz Collective im Ohr hat. Hier geht es ernsthafter zur Sache. Schon der
erste Song, Lyle Mays’ „Chorinho", beginnt wie eine Bachsche Fuge. Gershwins „My
man’s gone now" wird in gravitätischer Langsamkeit zelebriert. Dabei sind die
Interpretationen nie steif, sondern leben aus der pianistischen Meisterschaft
der beiden, dem Einfallsreichtum und der Sicherheit ihres traumwandlerischen
Zusammenspiels. „Dancing in the dark" swingt dann heftig, aber keineswegs
oberflächlich. Die CD endet ironisch mit „Never will I marry". Dies ist keine
Easy Listening Hintergrundmusik, sondern hier haben sich zwei verwandte Seelen
gefunden und machen Musik mit Anspruch, der voll und ganz eingelöst wird.
Hans-Bernd Kittlaus
31.07.10